Der Kühlschrank zeigt 5 °C – aber sind es wirklich 5 °C?

Der Kühlschrank zeigt 5 °C – aber sind es wirklich 5 °C?

Warum die Anzeige am Kühlschrank nicht immer die Temperatur Ihrer Lebensmittel widerspiegelt.

Ein kurzer Blick auf das Display: 5 °C. Alles in Ordnung.

Leider ist es nicht immer so einfach. Denn die Temperatur, die ein Kühlschrank anzeigt, kann sich deutlich von der Temperatur unterscheiden, die tatsächlich an Ihren Lebensmitteln herrscht.

Gerade in Gastronomie, Hotellerie, Großküchen oder im Lebensmittelhandel kann das entscheidend sein.

Ein Kühlschrank hat nicht „eine“ Temperatur

Wer schon einmal eine Flasche aus dem hinteren Bereich eines Kühlschranks genommen hat, kennt den Effekt: Manche Bereiche sind deutlich kälter als andere.

Das ist völlig normal.

Die Temperatur hängt unter anderem davon ab,

  • wo die kalte Luft in den Kühlschrank einströmt,
  • wie voll das Gerät beladen ist,
  • ob die Luft frei zirkulieren kann
  • wie häufig die Tür geöffnet wird,
  • wo sich der Temperaturfühler des Kühlschranks befindet.

Ein Display mit 5 °C bedeutet deshalb zunächst nur: Der Kühlschrank misst an seinem eigenen Messpunkt ungefähr diesen Wert.

An einer anderen Stelle können gleichzeitig 3 °C, 7 °C oder auch deutlich höhere Temperaturen herrschen.

Besonders problematisch: ein sehr voller Kühlschrank

Viel Ware im Kühlschrank klingt zunächst gut: Schließlich muss weniger Luft gekühlt werden.

In der Praxis kann eine zu dichte Beladung jedoch zum Problem werden.

Kartons, Behälter und Lebensmittel können die Luftzirkulation behindern. Es entstehen Bereiche, die von der kalten Luft nicht mehr ausreichend erreicht werden.

Der Kühlschrank selbst kann trotzdem zufrieden sein.

Sein interner Fühler misst beispielsweise 5 °C und schaltet die Kühlung entsprechend ein und aus. Nur weiß dieser Fühler nicht, dass zwischen zwei dicht gepackten Kartons an einer anderen Stelle möglicherweise bereits 9 °C herrschen.

Auch die Türöffnung spielt eine Rolle

In einer professionellen Küche wird ein Kühlschrank nicht morgens geöffnet und abends wieder geschlossen.

Während des Betriebs geht die Tür teilweise dutzende Male auf.

Warme Raumluft gelangt hinein, kalte Luft strömt heraus. Besonders Bereiche nahe der Tür reagieren darauf schnell.

Interessant ist deshalb nicht nur die Frage:

„Welche Temperatur habe ich gerade?“

Viel wichtiger ist:

„Wie entwickelt sich die Temperatur über den gesamten Tag?“

Ein einzelner Messwert kann völlig unauffällig sein. Erst der Temperaturverlauf zeigt, ob ein Kühlschrank nach einer Türöffnung schnell wieder herunterkühlt oder über längere Zeit zu warm bleibt.

Wo sollte die Temperatur gemessen werden?

Genau deshalb ist die Position eines zusätzlichen Temperaturfühlers wichtig.

Direkt am Kaltluftaustritt zu messen, liefert zwar wunderbar niedrige Temperaturen – sagt aber wenig über die tatsächlichen Bedingungen im restlichen Kühlschrank aus.

Auch direkt an der Tür ist nicht automatisch sinnvoll.

Der Messpunkt sollte möglichst repräsentativ für die gelagerten Lebensmittel gewählt werden.

Bei größeren Kühlräumen oder auffälligen Temperaturunterschieden können sogar mehrere Messpunkte sinnvoll sein.

Das Display ist trotzdem nicht nutzlos

Die interne Temperaturanzeige eines Kühlschranks hat durchaus ihre Berechtigung. Sie hilft bei der Regelung des Gerätes und gibt einen schnellen Überblick.

Für eine zuverlässige Temperaturüberwachung sollte man sich jedoch nicht ausschließlich darauf verlassen.

Eine unabhängige Messung hat einen entscheidenden Vorteil:

Sie kontrolliert den Kühlschrank von außen.

Genau wie ein Tachometer nicht gleichzeitig seine eigene Geschwindigkeitsmessung überprüfen kann, kann auch ein Kühlschrank seine eigene Temperaturmessung nicht unabhängig kontrollieren.

Und genau hier wird automatische Überwachung interessant

Bei PolarFOXX beschäftigen wir uns deshalb nicht nur mit einzelnen Temperaturwerten.

Unsere Systeme zeichnen Temperaturverläufe kontinuierlich auf. Dadurch wird sichtbar, was zwischen zwei manuellen Kontrollen passiert.

Ein Beispiel:

Um 8 Uhr werden 5,2 °C dokumentiert.

Um 18 Uhr werden 5,6 °C dokumentiert.

Auf dem Papier war den ganzen Tag alles perfekt.

Eine kontinuierliche Aufzeichnung könnte jedoch zeigen, dass der Kühlschrank zwischen 12 und 15 Uhr aufgrund häufiger Türöffnungen oder einer ungünstigen Beladung längere Zeit deutlich wärmer war.

Genau diese Information fehlt bei einer einzelnen Temperaturkontrolle.

Fazit

Wenn auf Ihrem Kühlschrank 5 °C steht, muss das nicht bedeuten, dass überall im Kühlschrank tatsächlich 5 °C herrschen.

Entscheidend sind die Temperaturen dort, wo Ihre Lebensmittel gelagert werden – und deren Entwicklung über den gesamten Tag.

Deshalb lohnt sich gelegentlich ein einfacher Test:

Vergleichen Sie die Anzeige Ihres Kühlschranks mit einer unabhängigen Messung an unterschiedlichen Stellen.

Vielleicht bestätigt sich die Anzeige perfekt.

Vielleicht entdecken Sie aber auch einen Bereich Ihres Kühlschranks, den Sie bisher überhaupt nicht auf dem Schirm hatten.